Dienstag, 11. April 2017

[Rezension] Unsere Seelen bei Nacht - Kent Haruf






Erscheinungsdatum Erstausgabe : 22.03.2017
  Verlag : Diogenes
ISBN: 9783257069860
Fester Einband 208 Seiten
Sprache: Deutsch 
Preis: 20,00€ 

Freitag, 7. April 2017

[Rezension] Unsterblich - Jens Lubbadeh

 
Erscheinungsdatum Erstausgabe : 11.07.2016
  Verlag : Heyne
ISBN: 9783453317314
Flexibler Einband 400 Seiten
Sprache: Deutsch 
Preis: 14,99€ 


Wir befinden uns im Jahre 2040. Der Konzern „Immortality“ herrscht über die Welt.  Dieses Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Menschen nach ihrem Tod unsterblich zu machen.  Überall auf der Welt befinden sich „Ewige“, virtuelle Klone von bereits verstorbenen Menschen. Zusätzlich zu den „Ewigen“ hat jeder lebende Mensch einen „Avatar“, damit kann jeder an verschiede Orte reisen und gleichzeitig an zwei verschieden Orten  sein.
Als eines Tages ein Ewiger verschwindet, kommen Zweifel an der Unsterblichkeit der Menschen auf. Und ausgerechnet ist es eine bekannte Persönlichkeit, Marlene Dietrich, dessen biologischer Körper bereits vor langer Zeit gestorben ist…

Ich habe mich auf einen intelligenten Science Fiction Roman gefreut, der dystopische Züge enthält. Und genau das bekommen hier von Jens Lubbadeh geboten. Leider ist diese Dystopie nicht so düster wie man es vielleicht erwartet hat aber dennoch hat mich die Vorstellung über ein Leben, wie die Menschen es in 2040 hier führen, sehr erschrocken.
Lubbadeh hat es geschafft die Gefahr sehr subtil darzustellen und immer wieder kurz durchblitzen zu lassen. An manchen Stellen habe ich an dem Setting gezweifelt, da die Technologie sehr weit fortgeschritten ist aber dennoch Computer, wie wir sie kennen verwendet werden. An diesen Stellen habe ich mich immer wieder gefragt, ob das an der Übersetzung lag oder einfach nicht gut  durchdacht worden ist. Es gibt natürlich in dieser Welt Technologien, die es definitiv so nicht gibt und doch fand ich sie nicht immer ganz überzeugend.
Die Charaktere waren mir leider zu stereotypisch. Sowohl Benjamin Kari, der Protagonist, die Journalistin Eva, mit der er sich im Laufe der Geschichte zusammen tut und die Mitarbeiter des Konzerns. Auch der Hacker, der psychisch labil ist und dennoch alles, und wirklich alles kann – ein echtes Wunderkind“ war mehr ein Stereotyp als ein innovativer, gut ausgearbeiteter Charakter. Dennoch mochte ich letzteren von allen Charakteren am liebsten. Kaum einer der Personen entwickelt sich großartig weiter, außer Kari, der seine Sichtweise auf die Dinge ändert. Aber ansonsten kann jede Person in die Kategorie „Gut“ und „Böse“ eingeordnet werden ,etwas dazwischen gibt es leider so gut wie gar nicht.
Auch Marlene Dietrich, von der der Leser mehr Auftritte erwartet hat, kam mir irgendwie fehl am Platz vor und ich hab mich immer wieder gefragt, warum diese berühmte  Persönlichkeit gewählt worden ist für diesen Roman. An sich fand ich die Idee grandios aber leider nicht so befriedigend wie ich es mir erwünscht habe. Das Thema „Virtual Reality“ hat in dieser Welt ein tolles Setting bekommen, was mir leider etwas zu wenig ausgearbeitet war- dennoch hatte ich Spaß beim Lesen auch wenn ich meine Kritikpunkte habe.

Mittwoch, 5. April 2017

[Neuzugänge] März 2017 #1


Im Februar sind insgesamt 13 Print Bücher bei mir eingezogen und ein Hörbuch
Rezensionsexemplare: 6
gekauft: 6
Bücherschrank:0
geschenkt bekommen: 1
 davon ist ein Buch auf englisch, alle anderen auf deutsch
aktueller Substand: 181
Mein Sub ist um 5 Bücher gesunken, was daran liegt, dass ich ein paar Bücher ausgemistet habe und Rezensionsexemplare nicht auf meinen SuB zähle.

Samstag, 1. April 2017

[Rezension] Ikigai - Francesc Miralles,Héctor García (Kirai)


Erscheinungsdatum Erstausgabe : 10.03.2017
Verlag :Allegria (Ullstein)
ISBN: 9783843715607
Seiten: 224 Seiten
Sprache: Deutsch
Preis: 17,00€

"Haben Sie schon Ihr Ikigai ( jap. 生き甲斐, Lebenssinn)  gefunden? Dieses Buch wird Ihnen dabei helfen!  "

Was ist das Geheimnis eines langen Lebens? Die Japaner glauben daran, dass jeder Mensch ein Ikikagi hat, etwas wofür es sich lohnt morgens aufzustehen. In der westlichen Welt bekannt unter "der Sinn des Lebens". Im Laufe des Lebens kann jeder Mensch sein eigenes Ikigai finden.
Auf der japanischen Insel Okinawa leben die meisten Hundertjährigen. Die Insel gehört zu den blauen Zonen auf der Welt. Blaue Zonen sind Gebiete, in denen häufig Menschen leben, die die hundert erreicht oder überschritten haben.
Dieses Buch bietet nicht nur eine praktische Anleitung sondern erzählt auch Geschichten der Menschen, die ihr Ikigai gefunden haben.



Die Aufmachung dieses Buches ist sehr harmonsich gehalten. Es sticht einem ins Auge, ohne aufdringlich zu wirken. Die Farbe Orange ist sowohl auf dem Schutzumschlag als Titel und Farbe des einen Kois wiederzufinden, als auch im Lesebändchen und im Einband des Buches.
Aber nicht nur das Äußere, sondern auch das Innere hat mich überzeugen können.
Mich haben die sogenannten "Blauen Zonen" bereits länger interessiert und endlich habe ich ein Sachbuch gefunden, welches dieses Phänomen behandelt.
Der Inhalt ist in neun Themengebiete gegliedert, so dass der Leser einen Überblick bekommt und gegebenfalls Bereiche auslassen kann. Der Epilog besteht aus den "10 goldenen Regeln" und stellt einen schönen Abschluss dar. Wir erfahren sehr viel über eine gesunde Lebensweise, über Ernähung und leichte sportliche Betätigung (Yoga, Thai-Chi etc.). Neben dem praktischen Teil, welches nicht unbedingt viel neues bietet, da sehr viel Wissen bereits bekannt ist (sich gesund zu ernähren, sich zu bewegen ...) fand ich die Erfajrungsberichte der "Hundertjährigen" und Älteren sehr interessant.  Die Einstellung der Menschen ist erstaunlich und ich denke jeder kann etwas positives für sich aus diesem kurzen Büchlein von knapp 220 Seiten herausziehen.






Dienstag, 21. März 2017

[Hörbuchrezension] Augustus - John Williams




Erscheinungsdatum Erstausgabe : 26.09.2016
Dauer : 14h 11
Verlag : Der Hörverlag
ISBN: 9783844523713
Sprache: Deutsch
Preis: 22,90€

Kaiser Augustus ist vielen Menschen einen Begriff, doch kaum einer weiß etwas über seinen Aufstieg, seinen Machenschaften und sein Leben.
John Williams schildert das Leben des jungen Kaisers, der als Octavian geboren worden ist.
Zu betonen ist, dass der Autor zu Beginn des Werkes verdeutlicht, dass die Dokumente etc, fiktiv sind und nur an historische Ereignisse angelehnt sind.
Dieses ungekürzte Hörbuch, gesprochen von 36 Sprechern in 36 Rollen, beinhaltet verschiedene Dokumente. Von Tagebucheinträgen bis hin zu Briefen an den Kaiser.
Auf dem jungen, wissbegierigen und sensiblen Octavian lastet ein schweres Erbe. Das Erbe des Julius Cäsars. Nach dessen Ermordung versucht Octavian dem Römischen Reich Frieden und Wohlstand zu bescheren.  Die Handlung lässt sich nur schwer in wenigen Sätzen wiedergeben, da jede einzelne Passage wichtig zu sein scheint.  Im Großen und Ganzen geht es um das römische Imperium und beinhaltet sehr detaillierte Charakterzeichnungen. Wer an den Gedanken der Personen aus dieser Zeit (um Christus Geburt) interessiert ist, sollte sich „Augustus“ nicht entgehen lassen.


Wir begleiten ihn auf seinem Weg in Form von Dokumenten und Briefen. So bekommt der Hörer gleich die unterschiedlichsten Sichtweisen und Vorhaben der Feinde und Freunde  mit. Dadurch erhalten wir ein komplexes Gebilde mitsamt seinen Machenschaften, Liebschaften und allem was dazu gehört. Durch die verschiedenen Sprecher und die Ansagen (z.B,. „Das Tagebuch der Julia“ oder „Brief von Marcus Agrippa an Octavius“) wissen wir immer um wen der Sprecher sind handeln soll.
Dadurch wird es auch nie langweilig.  In dem beiliegenden Booklet ist eine Zeittafel vorhanden und eine Auflistung der Personen und deren Sprecher. So kann der Hörer immer den Überblick behalten.
Abgesehen von der grandiosen Handlung, hat mich die Aufmachung und die Qualität überzeugt. Ich hatte sehr viel Spaß beim Hören und ich konnte den Sprechern sehr gut folgen. Das Hörbuch wird dem Anspruch des Romans definitiv gerecht und hat mich dazu angeleitet, mehr über das römische Reich erfahren zu wollen.  Auch wenn die meisten Dokumente fiktiv wahren, konnte ich mir sehr gut vorstellen, dass es solche gegeben hat. Die Sprache war sehr schön und zeitgerecht. Ich habe noch nie ein Hörbuch mit solch einer Rhetorik und Ausdrucksweise gehört und es hat mich trotz anfänglicher Zweifel, packen und begeistern können.

Samstag, 11. März 2017

[Rezension] In jedem Augenblick unseres Lebens - Tom Malmquist

Erscheinungsdatum Erstausgabe : 11.03.2017
Verlag : Klett-Cotta
ISBN: 9783608983128
Fester Einband 301 Seiten
Sprache: Deutsch
Preis: 20,00 €

Ein Roman, der eine wahre Geschichte enthält.
Dieses Buch wird als Roman deklariert, ist aber die Geschichte des Autors Tom Malmquist.
Sie beginnt im Krankenhaus, als seine schwangere Lebensgefährtin Karin mit einer akuten Leukämie eingeliefert wird.  Bis zur Geburt sind es noch mehr als 6 Wochen, doch die kleine Tochter, wird vorzeitig per Kaiserschnitt geholt.  Tom bangt um seine geliebte Karin, mit der er seit mittlerweile zehn Jahren zusammen ist.
Das Buch ist in 5 Abschnitte gegliedert und grenzt sich nicht durch Kapitel ab. Der erste Abschnitt handelt ausschließlich im Krankenhaus. Die nächsten Abschnitte spielen mal vor der Erkrankung und mal in der Zeit, als Tom mit seiner Tochter wieder zu Hause ist.
Der Schreibstil ist typisch skandinavisch, kurze und präzise Sätze. Ich kann verstehen, dass nicht jeder Leser damit klar kommt, aber mir gefällt der Stil sehr gut. Wörtliche Rede wird nicht durch Satzzeichen gekennzeichnet, sondern wird im Fließtext untergebracht. Zunächst hatte ich damit Schwierigkeiten, weil ich nicht immer wusste, wer was gesagt hat. Aber das Problem hat sich relativ schnell gelegt und ist mir im weiteren Leseverlauf nicht weiter aufgefallen.
Der erste Abschnitt im Krankenhaus ging mir ziemlich an die Nieren. Ich habe so sehr mitgelitten, geweint und gehofft.  Der Schreibstil basiert nicht auf emotionaler Nähe zu den Charakteren, sondern wirkt eher etwas distanziert. Was bei solch einem schweren Thema vermutlich gar nicht anders geht, besonders weil der Autor autobiographische Erlebnisse in diesem Werk verarbeitet.
Es ist kein Buch, was Mitleid erregen will, aber dennoch ist die ein oder andere Träne bei mir geflossen. Ich habe nicht erwartet, dass es Passagen aus Karins und Toms gemeinsamer Vergangenheit vor dem Krankenhaus gibt, war aber positiv überrascht. Auch die Reihenfolge, dass diese Abschnitte erst nach dem Krankenhaus und danach immer wieder eingeworfen werden, fand ich sehr gelungen und mit der Zeit erfährt der Leser mehr über das Paar und die gemeinsame Zeit die Tom mit seiner kleinen Tochter Livia verbringt.
Dieses Werk musste ich immer mal wieder aus der Hand legen, weil es doch sehr schwere Kost ist- aber ich bin mir sicher, dass es lange in meinem Bücherregal stehen darf, da es mich doch von sich überzeugen konnte und es sehr außergewöhnlich ist.